Telematikinfrastruktur – das digitale Gesundheitsnetz

Die TI vernetzt alle Akteure des Gesundheitswesens im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung und gewährleistet den sektoren- und systemübergreifenden sowie sicheren Austausch von Informationen. Sie ist ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer (Personen oder Institutionen) mit einem elektronischen Heilberufs- und Praxisausweis Zugang erhalten.

Für den Aufbau der Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen fordert der Gesetzgeber eine spezielle technische Ausstattung in allen Praxen Deutschlands.

Im Folgenden möchten wir Ihnen Hinweise geben, welche ersten Schritte Sie für die Anbindung Ihrer Praxis unternehmen müssen und welche technischen Geräte und Ausweise Sie benötigen.

Zahnarztspezifischer Leitfaden "Telematikinfrastruktur – Ein Überblick"

Der Leitfaden "Telematikinfrastruktur – ein Überblick" richtet sich an Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich über die Anbindung ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur informieren möchten. Wahrscheinlich sind Sie bereits angeschlossen oder müssen dies noch nachholen. In diesem Dokument bekommen Sie einen Überblick über die notwendige technische Ausstattung und die Finanzierung, auch für die kommenden Anwendungen. Zudem enthält es einige Checklisten, sowie Tipps und Hinweise, wie Praxen und die Patientenversorgung vom Anschluss an die Telematikinfrastruktur profitieren können.

Leitfaden: Telematikinfrastruktur – ein Überblick (Stand: August 2020)

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch den Erklärfilm, welcher von der KZBV und der KZV Sachsen produziert wurde. Erläutert werden darin im Detail die notwendige Ausstattung und Schritt für Schritt der entsprechende Einrichtungsprozess der verschiedenen Elemente. Das Video können Sie über den nachfolgenden Link auf dem Videoportal "vimeo" abrufen.

Erklärfilm zur TI

Schritt für Schritt zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur

Die gematik stellt auf Ihrer Internetseite hilfrieche Informationen und Checklisten bereit, damit der Anschluss Ihrer Praxis an die TI gelingt.

gematik Fachportal

TI-Anwendungen: Was kommt wann?

Die für 2021 geplanten IT-Projekte im Rahmen der Telematikinfrastruktur haben direkte Auswirkungen auf die Praxis-IT und erfordern zum Teil Anpassungen und Änderungen von Arbeitsabläufen. Was kommt wann? Mit der untenstehenden Übersicht geben möchten wir Ihnen einen kompakten Überblick geben.

Telematikinfrastruktur: Das kommt 2021 (Stand: März 2021)

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der gematik.

Information der gematik zu den TI-Anwendungen

Was Zahnärztinnen und Zahnärzte zum Start der ePA wissen müssen, hat die KZBV in einem kompakten Flyer für Praxen zusammengefasst, den Sie online abrufen können.

KZBV-Flyer: Die elektronische Patientenakte kommt

Online-Vortrag der gematik zu KIM und eAU

Im Rahmen des Tags der offenen Tür der KZV Sachsen-Anhalt am 16. Juni 2021 hat gematik-Produktmanager Thomas Jenzen über die neuen Anwendungen der Telematikinfrastuktur, insbesondere den KIM-Dienst (Kommunikation im Medizinwesen) und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, informiert und Fragen der Zahnärzteschaft rund um den neuen Kommunikationsdient, die eAU als auch den eHBA beantwortet. Der Vortrag steht Ihnen zum Nachschauen unter folgendem Link zur Verfügung.

Aufzeichnung: Online-Vortrag zu KIM und eAU

Gesetzliche Sanktionen und Fristen

Seit dem 1. Januar 2019 müssen alle Praxen an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen. Bei Nicht-Durchführung ist ihnen nach § 291 Absatz 2b Satz 9 SGB V die Vergütung vertragszahnärztlicher Leistungen pauschal um 1 Prozent (ab März 2020 um 2,5 Prozent) so lange zu kürzen, bis sie die VSD-Prüfung durchführen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur SMC-B

Die KZBV hat auf ihrer Internetseite die FAQ-Liste zur SMC-B im Online-Produktivbetrieb veröffentlicht.

FAQ der KZBV zur SMC-B

teschnische Voraussetzungen zur Installation der TI-Komponenten

Die notwendigen (technischen) Voraussetzungen sind:

  • ein Internetanschluss (Empfehlung: wenigstens 1 MBit/s Upload) und Router
  • wenigstens eine weitere Steckdose für den Konnektor
  • zwei Netzwerkdosen
  • ein weiterer Stromanschluss für den Konnektor
  • Software-Update des Praxis-Verwaltungssystems durch den jeweiligen Hersteller

Sicherheitshalber sollten Sie die Gegebenheiten Ihrer Praxis durch den Systembetreuer prüfen lassen. Auch der Anbieter Ihrer Praxissoftware (PVS) kann Ihnen zusätzliche Hinweise geben.

Um die Telematikinfrastruktur (TI) nutzen zu können, benötigen Vertragszahnärzte verschiedene Komponenten und Dienste. Alle müssen von der gematik für den Einsatz in der TI zugelassen sein.

Die neue Hardwareausstattung besteht aus:

  • Konnektor und
  • Kartenleser (zugelassenes e-Health-Kartenterminal / eHKT),
  • einem angepassten Praxisverwaltungssystem (PVS) und
  • einem elektronischen Praxisausweis (SMC-B)
  • VPN Zugangsdienst
  • eventuell ein mobiles Kartenlesegerät

Vor der Bestellung von Komponenten sollten Sie sich am besten zunächst an ihren PVS-Hersteller beziehungsweise ihren Systembetreuer wenden, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

Bestellung der SMC-B

Die Bestellung der SMC-B können Sie nach Anmeldung mit Ihrem eHBA auf der Internetseite der KZV Sachsen-Anhalt bereits durchführen. Über das Internetportal der KZV werden Sie die Praxiskarte bei einem zugelassenen Anbieter beantragen können.

Bei Fragen zur Bestellung der SMC-B wenden Sie sich bitte an:

Bianca Klaus, Abt. Recht   Doreen Görg, Abt. Recht
Email ti@kzv-lsa.de   Email ti@kzv-lsa.de
Telefon/Fax 0391 6293 115/ -235   Telefon/Fax 0391 6293 115/ -235

 

Hinweise zur Beschaffung

Außer der SMC-B-Karte erhalten Sie die gesamte Hard- und Software für die eGK-Onlineanbindung von einem externen Anbieter Ihrer Wahl. Informationen zu den verschiedenen Dienstleistern finden Sie u.a. auf der gematik-Homepage.

Sie können die Komponenten entweder im Gesamtpaket bei einem Dienstleister oder bei verschiedenen Anbietern bestellen.
Sollten Sie sich für ein Gesamtpaket entscheiden, wird der Einbau der Geräte durch einen Mitarbeiter des Anbieters vorgenommen. Sie müssen nicht selbst Hand anlegen. Der Mitarbeiter des Anbieters, von dem Sie die Komponenten bezogen haben, baut diese für Sie auf und installiert die notwendige Software.

Sollten Sie sich für den Bezug durch verschiedene Anbieter entscheiden, müssen Sie selbst dafür sorgen, dass die Technik stabil funktioniert und alle Sicherheitsanforderungen erfüllt werden.

Vergessen Sie nicht, vor dem Kauf der Komponenten mit dem Anbieter Ihres Praxisverwaltungssystems Rücksprache zu halten. Dieser kommt im besten Fall direkt zu Ihnen in die Praxis, beurteilt ob die Systeme zusammen funktionieren und erspart Ihnen so unangenehme Überraschungen.

Achten Sie weiterhin beim Kauf der Komponenten darauf, dass der Anbieter eine Hotline oder einen Servicedienst anbietet um im Falle von Störungen oder anderen Vorfällen sofort handeln zu können.

Hinweise zur Refinanzierung

Die Finanzierung der Kosten und des Aufwandes für die technische Ausstattung der Praxen ist gesetzlich geregelt. § 291a SGB V sieht vor, dass die Aufwände der Telematikinfrastruktur von den Kostenträgern erstattet werden. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung ist auf Bundesebene zu treffen.

Abwicklung durch die KZV

Die Kosten für die Anschaffung und die Installation der neuen Komponenten sowie die Betriebskosten werden durch den GKV-Spitzenverband (GKV-SV) refinanziert. Die Erstattung der Kosten erfolgt über die KZV, welche dafür ein Antrags- und Änderungsverfahren anbietet.

Nach Anmeldung mit Ihrem eHBA haben Sie die Möglichkeit, sich auf der KZV-Internetseite über Ihren spezifischen Anspruch zur Refinanzierung zu informieren.

IT-Sicherheit in der Zahnarztpraxis

IT-Sicherheitsrichtlinie für Zahnarztpraxen

Die It-Sicherheitsrichtlinie für die Zahnärzteschaft wurde im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erstellt. Übergeordnetes Ziel der Richtlinie ist es, mittels klarer Vorgaben Zahnärzte dabei zu unterstützen, Gesundheitsdaten in den Praxen künftig noch besser zu schützen. Die Richtlinie legt die relevanten sicherheitstechnischen Anforderungen für verschiedene Bereiche der Praxis-IT fest und beschreibt damit das Mindestmaß der Maßnahmen, die in der vertragszahnärztlichen Praxis ergriffen werden müssen.

Informationen zur IT‐Sicherheitsrichtlinie auf www.kzbv.de

Datenschutz- und Datensicherheits-Leitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV

Der Leitfaden informiert darüber, wie Zahnarztpraxen auch bei der elektronischen Verarbeitung von persönlichen Patientendaten sicherstellen können, dass sowohl die ärztliche Schweigepflicht, als auch die Bestimmungen zum Datenschutz eingehalten werden. Im Kapitel 3 des Leitfadens finden Sie speziell Hinweise, wie Sie Ihr Praxisnetz oder die Praxisarbeitsplätze sicher mit dem Internet und der Telematikinfrastruktur verbinden können.

Datenschutz- und Datensicherheits-Leitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV (Stand: April 2018)